Hallo, ich bin Maike Gerstenkorn, Comic-Zeichnerin, Illustratorin und Zeichenlehrerin und DU bist jetzt Teil meiner interaktiven Vorstellung. Los geht’s!

Du befindest dich in einem Märchenwald. Hohe Tannen ragen in den Himmel, Pappelschnee segelt durch die Stille des Waldes. Vor dir befindet sich eine Kreuzung mit drei Wegen. Wohin gehst du?

Linker Weg (gelber Sandweg, Meeresrauschen in der Ferne) A
Rechter Weg (Schachbrettmuster, von schwarzem Gras umrandet) B
Mitte (Waldweg, tiefer in den Märchenwald) C

A: Der Weg verläuft sich irgendwann im Dickicht. Du fragst dich schon, ob es hier vielleicht nichts zu sehen gibt, bis du es auf einmal im Unterholz rascheln hörst. Eine piepsende Stimme jammert. Die Blätter zur Seite drückend siehst du, wie eine Art Einsiedlerkrebs mit Hut statt Muschel ein kleines Säugetier mit großen schwarzen Augen und einem kleinen Rüssel drangsaliert. Was tust du?

Ich gehe weiter B
Ich rette das Säugetier D

B: Das grüne Gras des Waldes wird allmählich durch schwarzes ersetzt. Vom Übergang fasziniert, merkst du zuerst nicht, dass du nicht mehr alleine bist. Auf einem Baumstumpf sitzt eine Person mit einer Schatulle auf dem Schoß. Sie reagiert nicht auf deine Anwesenheit, hält nur weiterhin das Kästchen fest. Du umrundest sie vorsichtig. Ihre Haare reichen vorne und hinten blickdicht bis an die Schultern. Just als du das Wort ergreifen willst, fragt sie:
„Willst du mein Gesicht sehen?“

Ja…? E
Nein, Danke. C

C: Erwartungsvoll stapfst du tiefer in den Märchenwald, aber die Bäume werden mehr und mehr von groben Strichzeichnungen abgelöst. Der Wald löst sich in unfertigen Skizzen auf. Du kommst auf eine Lichtung, wo Maike an einem langhaarigen Mann mit Geige zeichnet und dich verdutzt anstarrt, als sie dich bemerkt.
„Da bist du ja schon! Äh… Sorry, das… ist alles noch nicht fertig.“
„Was denn?“
„Meine Graphic Novel!“ Sie richtet sich leicht auf. „Das Blut der Seerosen! Ich habe zumindest schon so ca. 100 Seiten skizziert und davon 10 Seiten fertig und das Skript… und ein paar Artworks.“ Sie lächelt, wie in der Hoffnung, dass dich das überzeugt, dass sie ihren Kram auf der Reihe hat. „Es ist ein Crossover mit Sagengestalten, eine Tragik-Komödie zum Thema Einsamkeit. Ähm…. schau mal bei mir auf der CCON | COMIC CON GERMANY vorbei, dann erzähle ich dir ein paar Märchen dazu. Bis dahin habe ich auch mehr fertig. Versprochen… hoffentlich“.
Du zuckst mit den Schultern. „Ich… denke drüber nach.“
„Okay!“ erwidert sie mit einem Lächeln, das etwas zu breit ist. Die Stille des Waldes steht unangenehm zwischen euch.
„Ja, also… Tschüss.“, hüstelst du.
„Tschüssi! Sag den anderen Künstlerprofilen nen lieben Gruß von mir!“, erwidert sie und wendet sich wieder der Zeichnung zu.
Du verlässt die Lichtung und möglicherweise sogar dieses Browserfenster. Falls nicht, kannst du gerne bei A oder B weitermachen.

Ende 3: Metafiktion

D: Du kickst den erstaunlich aerodynamischen Einsiedlerkrebs mit Schwung in den Wald. Das Tierchen mit Rüssel linst nach dem ersten Schreck hinter seinen Händchen hervor. Du streckst vorsichtig deine Hand aus (denn wie jeder weiß, weiß man ja nie, ob bei niedlichen Fantasywesen nicht irgendwo ein Plot-twist lauert) „Keine Angst, ich tu dir nichts!“. Aber das Tierchen ist zutraulich, schnüffelt mit dem weichen Rüsselchen an deiner Hand siehst dich mit großen Augen an. Dann schnappt es nach Luft.
„Seid Ihr der Engel, der uns einst prophezeit wurde?!“
„Öh… was?“, erklärst du eloquent.
„Das war kein Nein!“ Das Wesen ruft in den Wald. „Hey! Kommt alle her! Ich habe den uns prophezeiten Engel gefunden!“
„Aber… ich hab nicht mal Flügel“, stammelst du, als ein Dutzend weitere, rundliche Rüsseltierchen aus dem Dickicht flutschen. Dein Einwand wird herzlich ignoriert.
„Juhu! Der Engel ist endlich da!“, skandieren sie, während sie dich umzingeln.
Wenn du herausfinden möchtest wie (oder ob) man aus solch einer Situation wieder herauskommt, empfehle ich dir, bei der CCON | COMIC CON GERMANY bei meinem Stand vorbeizukommen. Dort liegt „Was Süßes“ aus, eine Comic-Kurzgeschichtensammlung mit niedlichen und erheiternden Geschichten. In meinem Beitrag „Kein Engel„, landet die Hauptperson (eine diebische Harpyie) in einer ähnlichen Situation.
Du jedenfalls wirst von den Säugetieren via Crowdsurfing in den Wald getragen. Bereite dich schon einmal seelisch drauf vor, von vielen kleinen, dicken Ärmchen für eine lange Zeit geknuddelt zu werden. Was für ein Schicksal!

Ende 2: EIN ENGEL!

E: Die Frau öffnet die Schatulle und hält sie dir entgegen. Stirnrunzelnd starrst du hinein. Du siehst… Krümel? Und vielleicht so etwas Kartoffelschalen, jedenfalls irgendein vertrocknetes Material, das die Schatulle bis zum Rand füllt. Dann entdeckst du die Zähne. Es dauert ein paar Momente, bis du begreifst. Als sich dein Körper ruckartig wie von selbst von ihr wegbewegt, bricht der von der Bewegung verursachte Hauch den dichten Vorhang ihrer Haare.
Du siehst hin.
Das hättest du nicht tun sollen.

Ende 1: Das hättest du nicht tun sollen.

PS: Wenn du Lust auf mehr Horror-Geschichten hast, schau doch mal an meinem Stand bei der CCON | COMIC CON GERMANY vorbei. Ich werde ein Heft mit ihnen ausliegen haben, dass sich „Kopf“ nennt. Die Dame mit der Schatulle kommt auch darin vor.

Ihr findet Maike Gerstenkorn in der Comic Zone an Stand 1M60a!

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